Auf ein Sofa gehören mindestens zwei Kissen. Wo die Grenze nach obenhin liegt, ist jedem selbst überlassen. Erst wenn man Mühe hat, einen Sitzplatz zu finden, kommt man dem britischen Geschmack ein gutes Stück näher. Der Engländer mag es weich und gemütlich, soviel steht fest. Ein Sofakissen ist aber mehr als nur das.

Stellt man sich den Sessel oder das Sofa ohne Kissen vor, so muss man zugeben, dass es plötzlich leer und unbelebt wirkt. Sofakissen sind daher ein absolutes Muss, wenn es um die Dekoration und Gemütlichkeit des eigenen Sofas geht. Viele Kissen sind zwar nach britischem Geschmack ein Muss, aber sind auch hier Muster und die gekonnte Platzierung ebenso wichtig. Eine säuberliche Aneianderreihung von Kissen ist hierzulande üblich, aber nicht in Enland. Den obligatorischen Knick per Handschlag empfinden Deutsche als schön, aber nicht der Engländer. Auf gar keinen Fall darf das Sofakissen an die Seite gerückt, geschweige denn als Kissen genutzt werden. Sofaskissen gehören zum unantastbaren Teil der Dekoration, sowie die ungelesenen Zeitschriften im Zeitungsständer.

So paradox einem diese Eigenarten der englischen Wohnkultur auch erscheinen, umso interessanter empfinden wir sie. Dennoch sind Sofakissen in England in erster Linie dazu da, um Komfort zu leisten, so wie einen müden Rücken zu stützen. Was die Muster und Farben angeht, liebt es der Engländer bunt. Bloß keine abgestimmten Farben, vielmehr soll der Eindruck erweckt werden, dass sich die Kissen zufällig auf dem Sofa versammelt hätten. Der Engländer entscheidet nach Intuition und aus Liebe zu jedem einzelnen Kissen, das er auswählt. Kissenbezüge kauft man in Großbritannien überall dort, wo es Möbel, Stoffe und Wohnaccessoires gibt. Abschließend kann man sagen, dass es nicht verwundert, dass das Chesterfield Sofa aus England stammt. Denn auch hier spiegelt sich Komfort durch eine dicke Polsterung wider.